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BAMBUS
IM ALTEN JAPAN
Vom 6. April 2003 an steht das Völkerkundemuseum der Universität
Zürich (Pelikanstrasse 40) ganz im Zeichen Japans. Hauptattraktion
dieses Japanjahres ist die Bambussammlung Hans Spörry.
Der Zürcher Hans Spörry wirkte zwischen 1890 und 1896 in
Yokohama als Seidenkaufmann und hatte eine grosse Passion: Er sammelte
alles, was aus Bambus gefertigt wurde oder worauf Bambus abgebildet
ist: Körbe, Hüte, Kleinmöbel, Käfige, Vasen, Instrumente,
Teeutensilien, Sakegefässe, Keramik, Bücher Rollbilder,
Schwertzierrat mit Bambusdarstellungen, etc. Die Sammlung, die mehr
1500 Objekte umfasst, wurde restauriert und wissenschaftlich bearbeitet
und wird nun zum ersten Mal in einer umfassenden Ausstellung gezeigt.
Möglich wurde dies u.a. durch die Gewährung eines Japan-Forschungsaufenthaltes
durch die Japan Foundation an den für die Ausstellung verantwortlichen
Wissenschaftler, PD Dr. Martin Brauen, der auch eine umfangreiche
Publikation zusammenstellte, in der die wichtigsten Gegenstände
abgebildet und beschrieben werden. Historische Fotos aus der Zeit,
als Hans Spörry in Japan lebte, zeigen, wie die in Buch und Ausstellung
zu sehenden Objekte verwendet wurden.
Die Objekte werden in einer Umgebung ausgestellt, die der Zeit, aus der sie stammen
(um 1890), entspricht: In Vitrinen, die eigens für die Ausstellung hergestellt
und alten japanischen Schaufenstern nachempfunden wurden. In der Ausstellung
werden die Informationen über die Ausstellungsobjekte nicht primär über
geschriebene Texte vermittelt, als vielmehr über gesprochenen Text, den
die BesucherInnen mit Hilfe von portablen Audio-Guides abrufen können.
In einem eigenen Ausstellungsraum wird der Bogen in die Gegenwart geschlagen:
Dort steht eine moderne Adaption eines 4 1/2 Tatami-Teeraumes, in dem zu bestimmten
Zeiten Teezeremonien durchgeführt werden. Im selben Raum werden zwei Kurzfilme
vorgeführt. Der eine zeigt das Leben eines chasen (Teebesen),
der andere noch heute praktizierte Handwerke, in denen Bambus Verwendung findet.
Ein Raum im 2. Stock wurde für Wechselausstellungen reserviert. Die erste
solche Ausstellung ist dem Bunraku-Puppentheater gewidmet: Junko Satô,
eine japanische Fotografin, stellt dort bis 3. August 2003 ihre hinter den Theaterkulissen
gemachten Fotos vor (Bunraku-Puppen offstage - Fotos von Junko Satô ).
Zu sehen sind auch zwei Puppen, die zuvor anlässlich mehrerer Bunraku-Vorführungen
im Museum und an anderen Orten in der Schweiz im Einsatz waren.
Im Sommer errichten im Park des Museums zwei japanische Künstler, Ueno Masao
und Akio Hizume, mit Bambus grosse Skulpturen, und ein weiterer Bambuskünstler
(Takeo Tanabe) wird seine Kunst im Museum ausüben.
Ab Ende August stellen zwei in der Schweiz lebende japanische Kalligrafinnen,
Suishu T. Klopfenstein-Arii und Sanae Sakamoto, im Foyersaal ihre kalligrafischen
Kunstwerke aus. Auch die Lange Nacht der Museen (6. September) wird Japan gewidmet
sein, u.a. mit einer Kalligrafie-Performance, musikalischen Darbietungen und
anderen Events. Im Oktober folgt schliesslich eine Ausstellung über
Zen-Gewänder (kesa). Das Programm wird durch Ikebana-Vorführungen und
Musikdarbietungen, vor allem Shakuhachi-Konzerte, abgerundet.
Auch der Park, in dem das Museum liegt, wird in die Aktivitäten einbezogen:
Häufig in Japan vorkommende Bambusarten und die botanischen Eigenheiten
des Bambus können dort auf einem Lehrpfad kennen gelernt werden.
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