Rissbildung

Patentierte Anti-Riss-Verhinderung

Die hohlen Bambusrohre reissen nicht nur in unserem “trockenen” zentraleuropäischen Klima, sondern auch in den feuchten Subtropen, wenn sie nicht speziell behandelt werden. Risse entstehen nicht nur in den ersten Wochen und Monaten, sondern auch noch nach zwei bis drei Jahren. Gegen die typische Rissbildung haben wir seit 1994 Patente angemeldelt und stetig weiterentwicklet. Damit erreichen wir eine Erfolgsquote von circa 90% rissfreier Rohre im Gegensatz zu circa 50%, wenn die Bambusrohre nicht mit der patentierten Methode behandelt werden. Kleine Risse und Dehnungsmerkmale bis 5 mm Breite sind kein Reklamationsgrund, sondern Bambus Lebensfalten und dokumentieren den Naturcharakter und die Unverwechselbarkeit von Bambus Massivhölzern nachhaltig. Wichtig ist: Die relative Luftfeuchtigkeit darf nicht unter 50 Prozent fallen, sonst kommt es zu starker Rissbildung. Schalmeientöne wie das Abwischen mit einem feuchten Tuch, klebrigem Staub anziehendem und nicht geruchsfreiem Olivenöl oder die Verwendung von speziell geeigneten Möbelpolituren helfen nichts gegen die Rissbildung.

Jedes Bambusrohr MUSS der Länge nach aufgeschlitzt werden, um ihm die Oberflächenspannung zu nehmen, danach in speziellen Öfen auf eine Restholz-Feuchte von 10% getrocknet und in einem letzten Schritt in einem klimatisierten Raum bei Minimum 50% relativer Luftfeuchtigkeit monatelang schonend nachgetrocknet werden. Erst danach wird der bis zu 5 cm grosse Schlitz mit einer Bambusleiste verklebt und verdübelt. Dies haben wir 1994 erstmals als Klimaanpassung definiert.

 

KLIMAANPASSUNG heisst SCHLITZEN  der Rohre und mehrfache schrittweise Nachtrocknung unter spezifisch terminierten Parametern (patentierte HIGH TOUCH Verfahren).

 

Feuchteschwankungen und Rissbildung

Bambus (Monocotyledone, Angiosperme) wird botanisch der Familie der Gräser zugeordnet, verhält sich aber biologisch – physikalisch aufgrund des hohen Zellulose-Ligningehalts ähnlich wie Holz. Als hygroskopischer Baustoff wechselt auch Bambus aufgrund seiner Sorptionseigenschaften die Eigenfeuchte in Korrelation mit dem jeweils vorhandenen Umgebungsklima.

 

Dieser physikalisch-natürliche Vorgang ist mit Volumenkontraktion (Schwinden) durch Feuchteabgabe infolge absinkender Luftfeuchte verbunden (Bambus und Holz „arbeiten“). Der auf Trocknung (Desorption) basierende
Substratschwund bewirkt dann den Aufbau von Zugspannungen in der äusseren Faser-Rohrwandung, die bei Überschreiten der Proportionalitätsgrenze (d.h. Materialeigenfestigkeit, Kohäsion) die auftretenden Rissfugen bewirkt.

 

In zentralbeheizten Wohnräumen liegen bei nicht vorhandener ganzjähriger Raumklimatisierung (Klimaanlage) die zu erwartenden Materialfeuchteschwankungen zwischen Sommer und Heizperiode bei durchschnittlich +/- 4% u.

Auch bei Vermeidung von Untertrocknung der Raumluft in den Wintermonaten (Verdunster, Pflanzen etc.) sind Rissbildungen in Holz und Bambus aufgrund der durch höhere Luftfeuchten im Sommer (bis ca. 80%) bewirkten Materialfeuchten (ca. 9.5 bis 14.0% u) und nachfolgenden Trocknungsphasen in der Heizperiode (auf ca. 7.0 bis 9.0% u), – und somit dem Aufbau von Wechselspannungen, – nicht zu vermeiden. Aus diesem Grund hält HIGH TOUCH® im Gegensatz zu anderen Anbietern keine Lagerware und kann keine Anti-Riss-Garantie übernehmen.

 

Eine übermässige und unzulässige hohe (qualitativ und quantitativ) Rissbildung bei Bambusmöbeln wird dabei durch HIGH TOUCH® anhand einer aufwändigen patentierten Anti-Riss Behandlung wie folgt zu über 90 Prozent reduziert:

  • Trocknen (in Spezialöfen) nach Längsteilung oder Leistenaussparung der Bambusrohre auf 10 Prozent Materialfeuchte
  • Zusammenfügen (Leimen, Dübeln) und Schleifen der Fugen
  • Nachkonditionierung / Klimatisierung der einzelnen Bambusrohre und Bambusmöbel gem. europäischer Klimate.